Autismus - Therapieangebote int-bsw

Frühförderung

Eine erfolgreiche Frühförderung ist abhängig von einer rechtzeitigen Diagnose.
Die frühe intensive globale Verhaltenstherapie ( ABA: Applied Behavaior Analysis ) ist ein sehr erfolgreiches verhaltenstherapeutisches Programm, zur Behandlung von autistischen Störungen. Dieses verhaltenstherapeutische Programm wurde in den 60-ziger Jahren grundlegend von Lovaas entwickelt.

Er hatte erkannt, dass autistische Kinder aufgrund ihrer Wahrnehmungs- und Informationsstörungen mit den „normalen“ Lernumfeld und -angeboten überfordert sind. Sie sind auch nicht in der Lage, durch Beobachtung und Nachahmung zu lernen. Mit ABA wird die Umwelt des Kindes systematisch gestaltet, so dass positive Lernerfahrungen ermöglicht werden, erwünschte Verhaltensweisen gelernt und konsequent verstärkt werden (operantes Konditionieren: Lernen am Erfolg).

Dieses Programm wurde grundsätzlich als ambulante Therapie entwickelt. Ein ausgebildeter Therapeut arbeitet einerseits eng mit dem Kind, andererseits erhalten die Eltern kontinuierlich Anleitung durch den Therapeuten, um selbst nach verhaltens- therapeutischen Methoden agieren zu können und das Kind optimal zu fördern. Frühförderung nach diesen Prinzipien in einer Wohngruppe für autistisch behinderte Kinder weist einige Besonderheiten auf und weicht damit vom ursprünglichen Konzept ab.

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Musiktherapie

„Musik öffnet Herzen“

Die Musiktherapie gehört zu den an der Basis angreifenden Behandlungsformen. Im allgemeinen muss auf Grund des autistischen Verhaltens des Bewohners zunächst auf einer Stufe der absoluten Kontaktlosigkeit begonnen zu werden. Musikinstrumente und der Therapeut werden scheinbar ignoriert, sind aber durchaus versteckt wahrgenommen. In der nächsten Stufe wird langsam der Kontakt zu einem Instrument  hergestellt. Der Therapeut wird weiter ignoriert.

Erst in der dritten Stufe stellt der Bewohner Kontakt zum gegenüber und dem Instrument her. Durch den Kontakt zum Therapeut entsteht ein Sicherheitsgefühl der eigenen Existenz und das Bedürfnis, Wahrnehmungen und Gefühle mit anderen zu teilen. Der zeitliche Rahmen der einzelnen Stufen kann sehr unterschiedlich sein. Jede musiktherapeutische Förderung muss individuell auf den Bewohner zugeschnitten sein.

  • Bestimmung des Ist-Zustandes (Akzeptierung des So-Zustandes)
  • Eigenarten wie „Tic“, Vorlieben und besondere musikalische Richtungen sind zu berücksichtigen
  • das räumliche Umfeld ist sehr wichtig (jeder nimmt einen anderen Platz ein bzw. verschiedene Körperstellungen – liegen, sitzen, stehen,…)

Der Anfang und das Ende jeder Therapie sollte immer gleich sein (sehr wichtig). In jeder Therapiestunde kann dann immer etwas neues eingebaut werden. Von großer Bedeutung ist, dass jeder Teilschritt vorher genau anzukündigen ist und in kurzen Sätzen erklärt wird (Strukturierung) und wer oder was erwartet mich und wann. Von weiterer Bedeutung für die meisten unserer Bewohner ist das „bewusste Musikhören“. Hier soll  ein Abbau von Spannungen  und Angst und die Vermittlung des Gefühls der Geborgenheit bewirkt werden. Einige Bewohner können auch danach über die gehörte Musik (Klassik, …) reden. Zum Beispiel „Was fühle ich dabei“ oder „An was denke ich wenn ich diese Musik höre“. Wichtig für das Gelingen einer guten Therapiestunde ist, dass der Therapeut seine Aufgaben mit Herz und Liebe zum Bewohner sowie zur Musik selbst einbringt. Nur wer die Musik selbst liebt, dabei träumen und abschalten kann, ist in der Lage angenehme positive Gefühle zu vermitteln. Der Humor darf natürlich auch nicht zu kurz kommen. Da auch viele „Wellentäler“ bei unseren autistischen Bewohnern vorherrschen, ist eine ständige Motivation unter Einbeziehung  von positiven Verstärkern notwendig.

Wichtigster Leitsatz für eine gute therapeutische Arbeit ist:

Nichts ist von Beständigkeit – richte dich immer auf neue Geflogenheiten ein, erfreue dich auch an kleinen, für Außenstehendene unwichtig erscheinenden Dinge, und gehe mit liebevoller Konsequenz an deiner Arbeit. Versetze dich dabei ab und zu auch mal in die Lage des Anderen.

Auch ein sogenannter „Plan B“ (Ausweichmöglichkeit, oder auch unvorhersehbare Dinge) sollte bei jeder Therapiestunde im Kopf des Betreuers vorbereitet sein, um so ein Erfolgserlebnis anbahnen zu können.

Musiktherapie lässt Kommunikation dort entstehen, wo Worte ihren Dienst versagen und dank sensiblen Umgangs mit dem Medium Musik, Klienten wieder in einen Prozess von Aktion und Reaktion im Sinne eines gegenseitigen Sich-mitteilens eingebunden sind.

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Handwerkliche Techniken - Arbeiten mit Ton

Ton ist ein reines Vorkommen, ein Gemenge aus Tonmineralien sowie Verwitterungsprodukt ein Feld- Spalthaltiges Sediment, Tiefen- und Eruptionsgestein (z.B. Granit, Basalt, Quarz). Ton  wird im Tagebau und im Untertagebau gefördert. Die Fundorte vom Ton liegen selten am Entstehungsort, Ton gibt es auf der ganzen Welt.
Natürliche Schlemmvorgänge beeinflussen die Entstehung. So ist der Einfluss von Wind und Wasser wichtig. Die im Ton enthaltene Beimengen haben Einfluss auf das Aussehen und die Eigenschaften des Tones. Hauptbestandteile sind: Tonerde, Kieselsäure und Wasser

Ton ist eine häufigste eingesetzte handwerkliche Technik, welche in der Therapie vielfältige Einsatzmöglichkeiten findet.

Funktionelle (körperliche) Förderung

  • Grob und Feinmotorik, der Greifformen (Funktionsgriff, Dreifingergriff)
  • Kraftdosierung (Muskelarbeit) und Belastbarkeit
  • Gleichgewicht, - Koordination ( Auge- Hand, Hand- Hand )der Haltung von oberer / unterer Extremitäten und Rumpf
  • Oberflächensensibilität, Stumpfabhärtung

Psychische (geistige) Förderung

  • Phantasie, Kreativität, Hobbyfindung
  • Eigenantrieb, Motivation und Emotionen
  • Konzentration, Ausdauer und Aufmerksamkeit, Zeiteinteilung
  • Sorgfalt und Genauigkeit
  • Wahrnehmungsförderung (visuell, taktil, vestibulär, propriozeptiv, akustisch und olfaktorisch)

Emotionale Förderung

  • Verbesserung des Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühles
  • Erfolgserlebnisse zu sichern
  • Wiedergabe von Gefühlsausdrücken
  • weckt das Neugierverhalten

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Handwerkliche Techniken - Arbeiten in der Holzwerkstatt

Holz ist ein sehr vielfältig einsetzbarer Werkstoff, der ständig in unserer Natur nachwächst. Er besitzt die verschiedensten Farben, Maserungen, Härtegrade sowie Gerüche. Eine ganzheitliche Wahrnehmung wird somit bei der Bearbeitung gefördert. Holz ist ein außerordentlich ansprechendes Material. Abgesehen von der Endbehandlung ist die Arbeit daran in jeder Phase zu unterbrechen und wiederaufzunehmen. Es lässt sich fast jeder Arbeitsschritt ohne Probleme getrennt beüben und durch entsprechende Adaptionen dosieren.
Die wichtigsten Arbeitsinhalte bestehen aus Sägen, Hobeln, Paspeln, Schleifen, Polieren, Nageln und Schrauben.

Funktionelle (körperliche) Förderung

  • Koordination (Auge-Hand, Hand-Hand)
  • Grob- und Feinmotorik
  • Kraftdosierung
  • Statuserhaltung der oberen / unteren Extremitäten und Rumpf
  • Gleichgewicht, Ausdauer

Psychische (geistige) Förderung

  • Aufmerksamkeit und Konzentration
  • abstraktes Vorstellungsvermögen
  • Planungsförderung
  • Genauigkeit
  • Selbstreflexion
  • Wahrnehmungsförderung

Emotionale Förderung

  • begünstigte Selbsteinschätzung
  • Sicherheit durch begrenzte Aufgaben
  • Steigerung des Selbstwertgefühles
  • wirkt positiv auf Motivation
  • Ausdauer fördernd

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Handwerkliche Techniken - Arbeiten mit Peddigrohr

Peddigrohr wird von einigen Kletterpalmenarten „Calamus Rotang“ gewonnen, welche in den sumpfigen Urwäldern in Ostindiens, Afrikas wachsen. Die rankenartigen Stämme werden höchstens 3 cm dick und erreichen eine Länge von mehr als 150 Metern. Sie sind mit spitzen Dornen versehen. Das Flechten mit Peddigrohr entspricht den menschlichen Bedürfnissen nach Beschäftigung, in der Freizeit (Hobby) oder Arbeit. Es bedarf neben der Hand, nur geringe Hilfsmittel und ist jederzeit unterbrechbar.

Peddigrohrarbeiten lassen sich sehr gut mit Holzarbeiten kombinieren.                       

Psychische (kognitive) Förderung

  • Verbesserung von Konzentration und Ausdauer (mehrere Flechtfäden, Größe verändern )
  • Wahrnehmen von Formen, Größen, Figurengrund
  • Umsetzen einer Arbeitsanleitung
  • Vorausschauendes [Planen und planvolles Vorgehen Kreativität fördern

Motorische Förderung

  • Verbesserung der Greiffunktionen der Hand (Faustschluss, Spitz und Drei-Finger Griff)
  • Verbesserung der Auge  Hand, Hand-Hand-Koordination
  • Erhalt der Muskelkraft im Bereich der oberen Extremitäten
  • Vergrößerung der Kraft der Rumpfmuskulatur (an einen hochgestellten Werkstück)
  • Normalisierung der Hyper- und Hyposensibilität

Emotionale - psychische Förderung

  • Phantasie und Kreativität anregen
  • Erlebnisfähigkeit und Neugierverhalten durch das vorgegebene Geflecht
  • Verantwortung übernehmen (Struktur, der Werkzeuge/Materialien)
  • Eigenantrieb und Motivation fördern, um das Erfolgserlebnis zu sichern
  • Einhaltung von Grenzen
  • Freude finden am entstandenen Werkstück
  • Arbeitsverhalten und Arbeitsrhythmus durch wiederkehrende Arbeitsschritte

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Kommunikationsförderung

Kommunikation hat oft mit sprechen zu tun, aber sie hängt nicht allein davon ab.
Zu ihr gehört, dass man eine Botschaft vermittelt, Ideen, Gedanken und Gefühle miteinander teilt, nachdenkt und Informationen/Reize analysiert. Es bedarf vieler verschiedener Fähigkeiten, um erfolgreich kommunizieren zu können.
Autistisch behinderte Menschen haben grundlegende Schwierigkeiten in der zwischenmenschlichen Kommunikation und sozialen Interaktion, z.B.  beim Erkennen und Anwenden nonverbaler Verhaltensweisen zur Steuerung von Interaktion, Aufbau adäquater Beziehungen zu Gleichaltrigen, Mitteilen von Bedürfnissen.
Daher stellt die Kommunikationsförderung bei Menschen mit Autismus einen zentralen Schwerpunkt dar, denn auch sie haben ein grundlegendes Bedürfnis Wünsche zu äußern und mit anderen in Kontakt zu treten. Es fehlt ihnen nur die Möglichkeit es so zu tun, wie es Nicht-Autisten tun. Deshalb brauchen sie individuell angepasste Hilfen und Unterstützung.

Was kann man tun?

  • Unter Verwendung von elektronischen und nicht elektronischen Hilfen (Bilder, Fotos, Gegenstände, Symbole, Mimik, Gestik, PC, Talker)gilt es Systeme zu entwickeln, die es den Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung ermöglicht, aufzuzeigen wie es ihnen geht und was sie benötigen. Hierfür eignet sich u.a. der TEACCH-Ansatz (Treatment and Education of Autistic and Communication Handicapped Children Program). TEACCH unterstützt die Bereiche, in denen die Personen Stärken haben, um jene Bereiche zu kompensieren, in denen ihre Schwierigkeiten überwiegen. Die Umwelt des autistischen Menschen wird dabei so strukturiert und organisiert, dass klare visuelle Grenzen erkennbar sind.

  • PECS (Picture Exchange Communication System)
    Das PECS beruht auf der Grundidee, dass der autistische Mensch seinem Kommunikationspartner eine vorbereitete Karte gibt, auf der ein gewünschtes Objekt oder eine bevorzugte Aktivität abgebildet ist. Der Partner hält die Karte an seine Mund, verbalisiert den Wunsch und erfüllt ihn sofort

  • FC (Facilitated Communication)
    Bei der gestützten Kommunikation handelt es sich um eine Methode der unterstützten Kommunikation. Sie ermöglicht es Menschen mit fehlender oder beeinträchtigter Sprache, sich durch Zeigen auf Bilder, Symbole oder Buchstaben mitzuteilen. Ein Helfer gibt dabei durch das Halten der Hand oder des Armes eine körperliche oder psychische Stütze. Es ist bisher nur hypothetisch möglich, die Funktion der Stütze und ihre Bedeutung zu erklären.

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Sozialtraining

Das Zusammenleben in intensiv betreuten Wohngruppen, wie sie im Haus Waldschlösschen und im Haus „Am Kyffhäuser“ existieren, hält eine Vielzahl an Herausforderungen für autistisch behinderte Menschen bereit, besonders auch im Bereich der sozialen Kompetenzen. Da autistische Menschen in der sozialen Interaktion und Kommunikation grundlegende und qualitative Beeinträchtigungen haben, ist die Förderung dieser Kompetenzen ein wichtiger Baustein in der Betreuung. Anders als im Rahmen einer ambulanten Förderung bietet die stationäre Unterbringung und therapeutische Begleitung vielfältige Ansatzpunkte für ein Training sozialer Fertigkeiten.

Zunächst bietet das Zusammenleben als solches immer wieder Gelegenheit, den Bewohnern die Regeln des Miteinanders in Alltagssituationen näher zu bringen. Hier geht es vor allem darum, gemeinsame Aktivitäten zu fördern, beispielsweise bei den Therapieangeboten, bei freizeitpädagogischen Maßnahmen oder auch bei der gemeinsamen Einnahme der Mahlzeiten. Dabei können Werte wie gegenseitige Rücksichtnahme und Akzeptanz innerhalb einer Gruppe in konkreten Situationen vermittelt werden. Hierbei benötigen die Bewohner aber enge Begleitung und individuelle Strukturierung der Situationen, damit sie in die Lage versetzt werden, soziale Anforderungen zu meistern. Gerade bei der Austragung und Bewältigung von Konflikten brauchen die Betroffenen einen als Vermittler agierenden Betreuer, der besonders auch bei der Übernahme der Perspektive des Gegenübers behilflich ist.

Das Training sozialer Fertigkeiten und die soziale Integration erstrecken sich jedoch nicht nur auf das Zusammenleben in einer Wohngruppe. Die gesellschaftliche Integration ist eine weitere wichtige Fördereinheit im Rahmen eines umfassenden Sozialtrainings. Im Hinblick auf die Schwierigkeiten autistisch behinderter Menschen, komplexe soziale Geschehnisse zu strukturieren und zu bewältigen, bedarf es hier einer behutsamen und individuell an die Möglichkeiten des Bewohners angepassten Auswahl von Angeboten. Es müssen die kognitiven Kompetenzen, Interessen und auch Grenzen des Bewohners bekannt sein, um entsprechende Angebote auswählen zu können. Ist die Person in der Lage an einem Einkauf in einem vollen Supermarkt oder an einem Konzertbesuch teilzunehmen oder wählt man eher einen Museumsbesuch oder Spaziergang im Park aus? Sind passende Angebote gefunden, an denen die Person teilhaben kann, ist eine gesellschaftliche Integration und Eingliederung möglich und wird auch von autistisch behinderten Menschen als positiv und bereichernd erlebt.

Ein weiteres Therapieangebot unserer Einrichtungen ist das Sozialkompetenztraining in Anlehnung an die ambulanten Trainingsgruppen von Fr. Häußler und Kollegen. Das Sozialkompetenztraining haben wir auf unseren stationären Kontext angepasst und bieten es vor allem für Personen mit atypischem Autismus und Asperger-Syndrom an. Im Rahmen dieses Trainings werden unterschiedliche soziale Situationen und Fragestellungen besprochen, anhand von eigenen Beispielen Handlungsweisen erarbeitet und geübt. Dieses Therapieangebot bietet den Bewohnern die Möglichkeit, den Umgang mit sozialen Anforderungen unabhängig von real stattfindenden Situationen stressfrei zu üben. Im Gruppenalltag bieten sich zahlreiche Gelegenheiten, das erworbene Wissen anzuwenden und zu reflektieren.

Nicht zuletzt werden im Rahmen der Gesprächsbegleitung durch die Psychologin der Einrichtung mit einzelnen Bewohnern regelmäßig Aspekte des Sozialverhaltens besprochen und an Teilen der sozialen Identität der Person gearbeitet. Dies beginnt bei der Reflektion unpassender sozialer Verhaltensweisen und dem Aufzeigen von Alternativen, geht über die Entwicklung von Ich-Stärke und Selbstvertrauen bis hin zum Üben einer Gesprächssituation selbst.

Die Häuser „Am Kyffhäuser“ und "Waldschlösschen" bieten somit eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote zum Training sozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche individuell für den Bewohner ausgewählt und angepasst werden können, um so seine sozialen Kompetenzen zu stärken und zu erweitern.

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Mototherapie

In der Motopädie/Mototherapie wird die Bewegung und das Spiel genutzt, um eine mehrdimensionale Förderung der Entwicklung zu erreichen. Es wird sowohl therapeutisch, als auch pädagogisch gearbeitet. Sie ist entwicklungs- und handlungsorientiert. Im Vordergrund steht eine Stabilisation der Persönlichkeit, nicht eines einzelnes Defizits!

Die Mototherapie unterscheidet sich von anderen Therapieformen vor allem durch ihr ganzheitliches Behandlungskonzept, das von der funktionalen Einheit von Körper, Geist und Seele ausgeht (Bewegung, Verhalten, Wahrnehmung und Selbsterleben eines Menschen)Diese Faktoren beeinflussen sich immer gegenseitig, sodass eine Förderung nicht isoliert, sondern immer im Zusammenhang sinnvoll und notwendig ist.Im Mittelpunkt der Therapie steht die gesamte Persönlichkeit des Patienten und die Formung eines positiven Selbstbildes.Hauptziel ist es, dem Menschen zu helfen, sich sinnvoll mit sich und seiner dinglichen und sozialen Umwelt auseinander zu setzen und entsprechend zu handeln.

Dazu gehören:   

  • mehrdimensionale Entwicklungsförderung
  • Vermittlung grundlegender Bewegungs- und Wahrnehmungsmuster unter variablen Bedingungen
  • Sensibilisierung der Wahrnehmungsfähigkeit
  • Verbesserung von Selbstbewusstsein, Selbstakzeptanz und Eigenverantwortlichkeit
  • Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit von Gefühlen
  • Abbau von negativen Verhaltensmustern
  • Akzeptanz anderer und somit Verbesserung der Kommunikation

Es werden vor allem die spontanen Bewegungs- und Handlungsimpulse des Patienten aufgegriffen. Die Therapie erfolgt ausgehend von den Interessen und bereits vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten des Patienten.

Ein Hauptbestandteil der Motopädie/Mototherapie ist die Psychomotorik (nach Kiphard).
Dabei werden 3 Bereiche (Stufen) unterschieden:

  • Körpererfahrung (Entwicklung einer Ich-Kompetenz)
  • Materialerfahrung (Entwicklung von Handlungskompetenzen)
  • Sozialerfahrung (Entwicklung von sozialen Kompetenzen)

Die Körpererfahrung umfasst die auf den Körper bezogenen Wahrnehmungsprozesse, Denkprozesse und Gefühle. Sie ist Voraussetzung für alle komplexen und zielgerichteten Handlungen. Zielstellungen sind:

  • die Entwicklung von Empathie, Sensibilität und Wahrnehmungsfähigkeit gegenüber dem eigenen Körper
  • Verbesserung oder Stabilisierung der körperlichen Handlungsfähigkeit
  • Akzeptanz der eigenen Person

Einige Beispiele für Therapieinhalte:

  • Massagen mit verschiedenen Materialien (Igelball, Bürsten usw.) zur Reizintegration und zur Unterscheidung von Empfindungen (rau, weich, warm, kalt, glatt usw.)
  • Arbeit mit Fingermalfarben, Rasierschaum, Matsch usw.; Ertasten verschiedener Untergründe mit den Füßen, Ertasten verschiedener Materialien, Gegenstände usw. mit den Händen zur Reizintegration
  • Einwickeln in Decken, Matten usw. zum Erspüren der eigenen Körpergrenzen
  • Ummalen oder Umlegen des Körpers oder einzelner Körperteile zum Erkennen der Körperproportionen

Die Materialerfahrung schult die Fähigkeit, die dingliche und räumliche Umwelt, sowie die Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten der Handlungsobjekte über selbständiges Handeln zu erfahren und wahrzunehmen. Sie ist die Grundlage der kognitiven Entwicklung.

  • Bewegungsparcours mit Elementen wie: Trampolin, Matten, Bänken usw. zur Schulung von Gleichgewicht, Koordination, Kondition, Handlungsplanung usw.
  • Pedalo fahren
  • Übungen und Spiele mit dem Schwungtuch
  • Puzzlematten, Bausteine
  • Ballspiele in allen Variationen
  • Übungen auf dem Pezziball

In der Sozialerfahrung sollen die Integration in eine Gruppe, die Kommunikationsfähigkeit, Konfliktlösestrategien und vor allem die gegenseitige Akzeptanz gefördert bzw. erlernt werden. Die Therapie erfolgt in Kleingruppen (mit Bewohnern die dazu in der Lage sind).

  • Rollenspiele
  • Gegenseitiges „Führen“ mit geöffneten oder geschlossenen Augen
  • Ballspiele, z.B. Zuwerfen mit Nennung des Namens, einer Eigenschaft, der Farbe eines Kleidungsstücks o.Ä. desjenigen der den Ball fangen soll
  • Gemeinsame Aufgabenstellungen bewältigen, wie z.B. einen Turm aus verschiedenen Materialien bauen, an dem alle mitwirken sollen usw.

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Körperwahrnehmung

Hier sollen schwerst behinderte Menschen besonders gut über die sogenannten „Nahsinne“ (taktiler, vestibulärer, propriozeptiver u. gustatorischer Sinn) erreichbar sein, das sind jene Sinne, die für das menschliche Wesen ontogenetisch (Entwicklung des Individuums) primäre Bedeutung haben, wie z.B. die somatische – vestibuläre und die vibratorische Wahrnehmung. Erst später differenzieren sich in ihrer Bedeutung die „Fernsinne“, wie z.B. (akustischer, visueller u. olfaktorischer Sinn), sowie das Greifen, Tasten und die visuelle Wahrnehmung.

Entsprechend des Stellenwertes in dieser Hierarchie der Wahrnehmung ergibt sich nun eine Hierarchie basaler Stimulationsbereiche, die entsprechend von körpernahen zu körperfernen Reizangeboten fortschreiten.

1.“basal“. die angebotenen Reize, also die Objekte, die das Kind wahrnehmen, mit seinem Sinnen aufnehmen soll, sind aller einfachster Art. Sie werden auf ein Mindestmaß an innerer Differenzierung reduziert, sie fordern vor allem keinerlei Vorkenntnisse und Erfahrungen, um sie aufzunehmen. Sie sind die Basis der höheren Wahrnehmung.

2.“Stimulation“. meint, dass das Kind zunächst halb passiv Reizen ausgesetzt wird, es wird angeregt, stimuliert.

Anzahl, Art und Dauer der Reize werden zunächst von Außen, d. h. vom Therapeuten festgelegt. Er reagiert mit seinem Angebot auf die Reaktion des Kindes. Das Kind selbst agiert zuerst indirekt.

Somatische Anregung:

Hier gilt die Körperoberfläche-, die Haut-, ist unser größtes und frühestes Wahrnehmungsorgan. Das Kind soll motorisch den Reiz am Körper reagieren, es soll die Reize am eigenen Körper lokalisieren, es soll ein Wissen über den eigenen Körper und dessen Erfahrungspotensial schaffen.

  • mit Schaum eincremen, massieren, im Sand spielen
  • Stimulation mit Rasierschaum
  • Sensibilisierung der Haut, Teil und Ganzkörperwahrnehmung mit Naturmaterialien (Sand, Erde, Lehm, Bohnen, Linsen, Erbsen  usw.)

Visuelle Wahrnehmung ist die Fähigkeit, optische Sinneseindrücke zu erkennen, aufzunehmen und zu verarbeiten. Dies wird aber nur durch die Verknüpfung der visuellen Reize mit vestibulären und somatosensorischen Reizen ermöglicht. Außer dem Training des optischen Wahrnehmungsumfangs sind noch folgende Teilleistungen von Bedeutung.

Die visuomotorische Koordination, liegt vor, wenn das Sehen mit der Körperbewegung in Übereinstimmung gebracht wird (Auge - Hand - Koordination)

  • Blickkontakt zu sich (Spiegel) herstellen
  • Rieselbewegungen mit dem Sand beobachten
  • einen Gegenstand ohne / mit Kopfdrehungen fixieren
  • Bewegungen (z.B. in der Luft) verfolgen

Die Figur - Grund - Wahrnehmung ist die Fähigkeit, eine bestimmte Form / Gestalt / Figur in einem diffusen Umfeld zu erkennen

  • Figuren im Sand ergänzen
  • Veränderungen an Gegenständen feststellen

Die Form - Konstanz- Wahrnehmung bezeichnet die Fähigkeit, einen Gegenstand, der in unterschiedlicher Form, Farbe, Struktur oder Größe wiedergegeben wird, immer als gleich zu erkennen.

  • Gegenstände nach einer Beschreibung erkennen (z.B. Bohnen, Erbsen, Sand, Erde)
  • Form-, Farbe-, Größenveränderungen-, Konsistenz (hart, weich, rau, matschig, trocken, nass) erkennen und
  • Muster im Sand nachzeichnen

Die Raum - Lage - Beziehung ist die Fähigkeit, ein Objekt in räumliche Beziehung zum Beobachter zu bringen

  • eigene Körperteile lokalisieren und beschreiben
  • die räumliche Lage eines Gegenstandes, einer Person benennen
  • eine gedrehte Form / Figur wieder erkennen
  • nach Beschreibung Gegenstände in ihrer räumlichen Lage erraten
  • Körperspuren zeichnen

Die Wahrnehmung räumlicher Beziehungen ist eine Weiterentwicklung der Raum – Lage – Wahrnehmung. Hier werden die Objekte nicht nur in Beziehung zum Betrachter, sondern auch in Bezug zueinander wahrgenommen.

  • ein Muster mit Steinen-, Muscheln im Sand nach Anweisung oder nach Vorlage legen
  • ein Punktbild mit Farbe nachmalen

Haptische Wahrnehmung bezieht sich auf den Kontakt des Menschen mit seiner Umwelt durch „Berührung“ mit den Händen. Hierbei sind zwei Mechanismen zu unterscheiden:

  •  taktile Wahrnehmung
  • kinästetische - propriozeptive Wahrnehmung

Kinästetisch - propriozeptive Wahrnehmung ist die Fähigkeit zur Empfindung der Richtung und der Geschwindigkeit der Bewegungen der Gliedmaßen. Über diese Wahrnehmung wird auch ein Körperschema vermittelt. Es wird der Zustand der Arme und Gelenke angesprochen. Hierzu gehören die Muskelanspannung und der Winkel der Gelenke.

  • taktile Reize lokalisieren
  • Körperteile benennen
  • einzelne Körperteile / den ganzen Körper an – und entspannen
  • falsche Details an einer Körperabbildung erkennen

Die Auditive Wahrnehmung scheint für den Erwerb der Laut – und Schriftsprache und damit für das „Hören und Sprechen“ sowie für das „Schreiben und Lesen“ eine zentrale Funktion zu bilden. Der auditive Wahrnehmungsbereich umfasst die zentralen zerebralen Prozesse, die nach der peripheren akustischen Reizaufnahme erfolgen. Dies sind Vorgänge der Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung der akustischen Klanggebilde. Hierbei sind verschiedene komplexe auditive Teilleistungen zu unterscheiden, die sich auf den nichtsprachlichen und sprachlichen Bereich erstrecken.

  • Auditive Aufmerksamkeit: als Fähigkeit, sich akustischen Reizen zuzuwenden und diese wahrzunehmen
    • sich über einen Zeitspannen hinweg auf auditive Reize konzentrieren
    • sich konzentrieren und ablenken daher werden andere Reize verarbeitet
  • Auditive Lokalisation ist die Fähigkeit, die Herkunftsrichtung von akustischen Reizen genau auszumachen
    • den Kopf in die Richtung drehen, aus der die Umweltgeräusche oder das gesprochen kommt
  • Auditive Figur - Hintergrund - Wahrnehmung: akustische Nutzsignale von Störsignalen zu unterscheiden
    • einen sprachlichen Sinngehalt auch dann noch verstehen, wenn bestimmte Laute, Wörter in Nebengeräuschen verloren gehen

Auditive Analyse: akustische komplexe Klang– und Sprachgebilde zu erkennen und daraus Einzelheiten zu erkennen

Motorik

Die Motorik umfasst alle willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen. Die Koordination aller gewollten Bewegungen muss erst gelernt werden. Dies braucht Zeit zur Entwicklung im individuellen Rhythmus des Kindes. Zeit zum Ausreifen benötigen aber auch Muskeln, Organe und Knochen (in diesem Zusammenhang besonders die Handwurzelknochen).

Schulung der Handmotorik:

Grobmotorik: als Fähigkeit, koordinierte Gesamtkörperbewegungen u. koordinierte Rumpf-, Arm und Beinbewegungen durchzuführen

Feinmotorik: als Fähigkeit, unter anderem Greifbewegungen bzw. Handgeschicklichkeit auszubilden.

Auge - Hand - Koordination ist gegeben um Formen nach Vorgabe (mit Naturmaterialien z.B. Steinen, Erbsen, Bohnen) nachzubauen, nachzulegen

  • Vorgegebene Formen (am Spiegel, Fließen) mit Fingermalfarbe ausmalen
  • Durch Schüttübungen in unterschiedliche Formen und Größen (z.B. Schüsseln, Becher, Tassen, Flaschen)

Lateralität: In beiden Hirnhälften liegen „motorische“ und „sensorische“ Zentren. Diese sind in der Vernetzung mit anderen Wahrnehmungsfeldern Grundlage für psychomotorisches Lernen. Nur wenn beide Hemisphären ergänzend zusammenarbeiten, gelingen wichtige menschliche Tätigkeiten

  • Beidhändig kreisende Bewegungen am Spiegel

Taktile Wahrnehmung

Das erste sensorische System des Menschen ist die taktile Wahrnehmung. Die taktilen Reize werden durch Rezeptoren in der Haut empfangen und weitergeleitet. Hierdurch werden

Bereiche der Berührungswahrnehmung, (Berührung als angenehm oder  unangenehm empfinden, z.B. wühlen im Sand), Hände in Schaum, Creme eintauchen, gemeinsames Einreiben oder Befühlen des Körpers die Merkmale hart - weich, rau – glatt unterscheiden und benennen

  • Temperaturwahrnehmung, Wärme, Kälte ertasten, unterscheiden, benennen
  • Schmerzwahrnehmung einen Reiz z.B. durch Druck auf dem Körper lokalisieren und vermitteln
  • Sterognosien erfühlen dreidimensionaler Gegenstände

Massagen

Massage ist eine mit der Hand ausgeführte lokale mechanische, adäquat dosierte Therapie der Muskulatur und Körperdecke zu Heilzwecken. Sie löst außerdem eine Fern- und Allgemeinwirkung auf den Gesamtorganismus aus.

Die klassische Massage wirkt nicht nur örtlich/mechanisch durch die beschriebenen Handgriffe , sie hat auch über die lokale Einwirkung hinaus eine Fern- und Allgemeinwirkung, die ein komplexes Geschehen im menschlichen Körper hervorruft.

Indikationen der klassischen Massage

  • Erkrankungen der quergestreiften Muskulatur
  • Erkrankungen des Bindegewebes
  • Erkrankungen der Gelenke
  • Erkrankungen der Wirbelsäule
  • Erkrankungen der Gefäße
  • Psychosomatik
  • Entspannung und Lösen von Verkrampfungen

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Therapiegarten

Gartentherapie ist eine Therapie, bei der durch Zielgerichtete Aktivitäten mit Pflanzen eine physische und psychische Verbesserung des Gesundheitszustandes der Patienten erreicht und Lebensqualität erhöht wird.
Gartentherapie kann mit Patienten aller Altersstufen und diverser Krankheitsbilder praktiziert werden. Sie ist eine interdisziplinäre Therapieform, bei der Ärzte, Therapeuten und Gärtner gemeinsam ein auf den individuellen Patienten abgestimmtes Behandlungsprogramm erstellen.
(Def. nach Birgit Hotwagner) Beitrag auf www.science.orf.at)

Die  Natur, der Garten, ist der größte offene Therapieraum den der Mensch sich zu nutzen machen kann. Das Arbeiten in und mit der Natur spricht das Fühlen, Denken und Handeln an, alles zusammen ist von einander abhängig.

Der Garten mit seinen Pflanzen ist in vielerlei Hinsicht ein Gesundheitsbrunnen. In Gartentherapieprojekten hat man zum Beispiel beobachtet, dass schon nach acht Minuten Aufenthalt im Freien der Blutdruck um zehn Prozent sinkt. Der Puls wird ruhiger, die Herzfrequenz gleichmäßiger. Der Stoffwechsel wird aktiviert.

In der modernen Gartentherapie gibt es zwei Formen:
Die Passiv-Therapieform durch Entspannen und Genießen, eine Medizin für die Sinne. Die Bewohner können die Sonnenstrahlen spüren, dem Wind lauschen oder das Wasser plätschern hören. Das alles wirkt belebend oder umgekehrt beruhigend.

Bei der Aktiv-Therapie geht es ums mitmachen, anpacken. Eine Pflanze groß zu ziehen und die eigene Aussaat letztlich zu ernten, ist ein wichtiger Effekt. Eine Weiterverarbeitung des geernteten Gemüses im Küchenbereich durch die Bewohner schließt die Nahrungskette. Sie lernen nicht nur eine Dose zu öffnen, sonder wissen auch woher kommen unsere Nahrungsmittel. Die Bewohner lernen dabei einen Erfolg kennen, der sich nur über Geduld und Verantwortung einstellen kann. Außerdem vergessen viele Bewohner dabei, dass sie eine gestörte Sinneswahrnehmung haben.

Wir sind dabei unseren Garten in zwei Bereiche zu untergliedern.

Nutzgarten:
Begonnen haben wir vor drei Jahren mit dem Nutzgarten.
Hier wird ein vielfältiges Arbeitsangebot unterbreitet. Von der Bodenbearbeitung, Aussaat, Pflege der Anpflanzung bis hin zur Ernte. Ein großes Augenmerk wird auf die jeweilige Eignung der einzelnen Bewohner gerichtet.

In den vergangenen zwei Jahren zeigte sich deutlich auf, wie sich die Fertigkeiten bei einzelnen Bewohnern verfeinert haben. Bestand am Anfang noch Angst bestimmte Arbeitsgeräte wie Spaten oder Hacke anzufassen, war am Ende des Gartenjahres, der Umgang Normalität geworden. Auch konnten einzelne Bewohner die Arbeitsgeräte den jeweiligen Arbeitsaufgaben von selbst zuordnen. Von anfänglicher Einzeltherapie konnten mehrere Bewohner zu Gemeinschaftsarbeit übergehen. Natürlich musste diese Therapie in sehre vielen Einzelschritten erfolgen. Viel Bewohner zeigten eine deutliche Abneigung gegen das meist genutzte Arbeitsmittel im Garten, die Erde. Immer wieder mussten die einzelnen Arbeitsschritte durch Handführung wiederholt werden. Bei Arbeitsbeginn wird genau eingeschätzt in welcher psychischen und physischen Verfassung der Bewohner sich befindet. Hiervon ist abhängig welche Arbeitsaufgaben gestellt werden können und welche Gartengeräte zum Einsatz kommen. Die Gartenarbeit vermittelt unseren Bewohnern einen immer wiederkehrenden Lebensrhythmus. Durch Spezialisierung in einzelnen Aufgabenbereichen entwickeln sie Fähigkeiten und Fertigkeiten und bauen diese immer wieder aus. 

Garten der Sinne:

Ein Garten der sich an Menschen mit Wahrnehmungsstörung wendet, muss alle Bereich der Sinne ansprechen.

visuell auditiv olfaktorisch gustatorisch taktil
Sehen Hören Riechen Schmecken Tasten

Es wurde begonnen verschiedene Bereiche zu schaffen. Der Duft einzelner Blumen, ihre große Farbenpracht, das Streichen der Hand über Gras oder Moos, das Rauschen der Blätter, das Kosten von Kräutern all dies beeinflusst unsere Wahrnehmung, regt unsere Seele an. Es ist wichtig die gestörte Sinneswahrnehmung immer wieder anzuregen, durch die verschiedenen Bereiche im Garten der Sinne.

Therapieziele für die Bewohner:

  • Verbesserung der Koordination von Bewegungsabläufen
  • Verbesserung der Muskelfunktion
  • Verbesserung der Feinmotorik und Koordination ( Auge- Hand)
  • Aufmerksamkeit- und Konzentrationsförderung
  • arbeiten in Einzelprojekten sowie die Erledigung von  Gemeinschaftsaufgaben 
  • Verbesserung sensorischer Restfunktionen
  • Verbesserung des Gleichgewichtes
  • Wiederherstellung der Verbindung von Mensch und Natur
  • Sinneserfahrungen wie Sehen, Riechen, Fühlen als grundsätzliche Erlebnisqualitäten
  • Erhaltung von Mobilität, Interesse und mentaler Funktionen
  • Freude, Initiative, Sinn, Selbstwert
  • Kommunikationsaufnahme
  • Spezialisierung auf einzelnen Arbeitsgebieten / im Umgang mit den Arbeitsgeräten
  • Kennenlernen der Nahrungskette

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Reittherapie

Bei einer Reittherapie handelt es sich nicht um eine Therapie im herkömmlichen Sinn. Vielmehr soll an die Stelle der Behandlung die Befähigung zum möglichst selbständigen Handeln lassen.

Ziele die bei der Reittherapie verfolgt werden:

Emotionaler – Kognitiver – Bereich:

  • Steigerung der Konzentrations – und Reaktionsfähigkeit
  • Wahrnehmungsschulung und Stimulation aller Sinnesbereiche
  • Annehmen von Korrektur
  • Eingestehen und Überwinden von Ängsten
  • Stärkung des Selbstwertgefühls, des Körperbewusstseins und des Vertrauens in die eigene Leistungsfähigkeit
  • Erhöhung der Frustrationstoleranz
  • Förderung der Sprachentwicklung

Sozialer Bereich:

  • Anerkennung und Einhaltung gemeinsam erstellter Regeln und Grenzen
  • Eingliederung der ICH – Ansprüche in das Gruppengeschehen
  • Rücksichtnahme auf die eigene Person und andere Personen
  • Helfen und Hilfe annehmen
  • Aufbau von Verantwortungsbewußtsein
  • Aufbau von Beziehungen und Vertrauen zum Partner
  • Bewältigung von Kommunikation – und Beziehungsproblemen
  • Abbau aggressiver Verhaltensweisen
  • Aufbau von Freundschaften

Motorischer Bereich:

  • Lockerung und Aufbau von rhythmischen Bewegungen
  • Schulung der Fein – und Grobmotorik
  • Beherrschung von Gleichgewicht und Geschicklichkeit
  • Verbesserung von Haltungsschwächen bzw.- Schäden
  • Entfaltung der inneren und äußeren Aufrichtung
  • Verbesserung bzw. Kompensation insuffizienter Bewegungsformen
  • Einfühlung in die Bewegung des Pferdes bis zur Losgelassenheit

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Snoezelen

Das Wort SNOEZELEN , ist ein Kunstwort und kommt aus dem niederländischen. Es entstand aus den Worten doezelen und snuffelen. Während des SNOEZELEN kommt der Körper zur Ruhe und entspannt. Dieses wird mit sensorischen Reizen begleiten, wie zum Beispiel durch Musik, durch verschiedene Lichtobjekte und durch sanfte Stimulation.

Ziel des Snoezelen sollte sein, Vertrauen zu schaffen, Abbau von Aggressionen, Emotionale Öffnung und die Bereitschaft mit seinem Gegenüber zu kommunizieren.

In einem Snoezelenraum kann man verschiedene Eindrücke sammeln wie Geborgenheit, Vertrauen, Entspannung, sanfte Stimulation usw.

Den Gestaltungsmöglichkeiten sind fast keine Grenzen gesetzt man kann die verschiedensten Materialien einsetzen. Einige wären: Blasensäulen, Spagetti-Farbschnüre, Flüssigkeitsräder, Sternenhimmel, Musikwasserbett, bruchfeste Spiegel und gepolsterte Böden und Plattformen.

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Schulbegleitung

Eine Schulbegleitung ermöglicht u.a. autistischen Kinder und Jugendlichen während des Schultages ihre behinderungsbedingten Defizite zu kompensieren und bietet ihnen in diesem Kontext individuelle Unterstützungsangebote.

Der Schulbegleiter

Der Schulbegleiter ist eine pädagogisch ausgebildete Fachkraft, die während der gesamten Schulzeit (einschließlich des Schulweges) bei einem unserer autistischen Schüler ist, um diesem die im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht erreichbare Bildung zu ermöglichen.

Die Schulbegleitung

Die Begleitung bietet eine Orientierungshilfe auf dem Schulweg, im Schulgelände, im Schulhaus und im Klassenzimmer. Sie unterstützt und beaufsichtigt das autistische Kind / Jugendlichen während der Unterrichtszeit, gibt Hilfestellung bei Toilettengängen oder beim Umkleiden vor und nach dem Sportunterricht, unterstützt bei der Verwendung von Arbeitsmaterialien und hilft Gefahrenmomente zu erkennen und abzuwehren. Des Weiteren  ermöglicht diese kontinuierliche Hilfe unseren autistischen Kindern und Jugendlichen den Schulalltag trotz ihrer besonderen Situation, geprägt von Störungen der sozialen Interaktion, der Kommunikation und der Impulskontrolle, zu meisten. 

Weiterhin unterstützt die Begleitung das Kind / den Jugendlichen in Konfliktsituationen und hilft einerseits dabei diese zu bewältigen und erarbeitet andererseits auf der Basis von Reflexionen gemeinsam Lösungsstrategien. 

"Es ist nicht unsere Aufgabe, einander näher zu kommen, so wenig wie Sonne und Mond zu einander kommen oder Meer und Land. Unser Ziel ist, einander zu erkennen und einer im anderen das zu sehen und ehren zu lernen, was er ist : des anderen Gegenstück und Ergänzung."

Hermann Hesse

Rechtliche Grundlagen

Die rechtlichen Grundlagen für die Schulbegleitung für geistig- und körperbehinderte Kinder sind im Bundessozialhilfegesetz (BSHG) in §39 ff (Eingliederungshilfe) geregelt.

Bei Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf im emotionalen und sozialen Bereich (seelische Behinderung) greift §35a des SGB VIII.

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Freizeitgruppen

Gemeinsam macht's mehr Spaß!

In Freizeitgruppen treffen und finden sich unsere Bewohner, die ihre Freizeit gestalten oder ihren Hobbys nachgehen wollen. In regelmäßigen Treffen werden Aktivitäten und Ausflüge geplant oder unternommen. Alles ist individuell und bewohnerorientiert. Wir treffen uns zum Sport, für kulturelle Veranstaltungen oder zum gemeinsamen Kochen. Es können alle Bewohner teilnehmen, die Lust haben mitzumachen.

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