Autismus - Standorte der Wohn- und Therapieeinrichtungen des int-bsw

Haus Waldschlösschen, Bleicherode / Harz

„Werte kann man nur durch Veränderung bewahren.“

Richard Löwenthal (1908 - 1991)

Es war eine große Veränderung, die da im Jahre 2003 mit dem Einzug der ersten Bewohnern ins Wohn- und Therapiezentrum für autistische Menschen „Haus Waldschlösschen“ ihren erfolgreichen Anfang nahm.

Unsicherheiten, Unkenntnis und das Verlieren eines liebgewordenen traditionsreichen und für die Bleicheröder wichtigen Ausflugsortes bestimmten die Gefühle. Aus heutiger Sicht nur zu verständlich. Doch nun ist der Vogelberg mit seinem „Waldschlösschen“ wieder ein Stück Heimat. Nicht für Wanderer oder Spaziergänger, sondern für Menschen denen das Leben eine ganz besondere Aufgabe gestellt hat. So wie die Wanderer und Spaziergänger früher die Ruhe und Geborgenheit des Waldschlösschens nach ihren Ausflügen genossen, so ist dieses Waldschlösschen mit seiner Ruhe und Geborgenheit heute ein Zuhause für fünfundzwanzig autistisch behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Aufwendig wurde das Haus Waldschlösschen renoviert und umgebaut. Ziel war es, in Bleicherode eine spezialisierte Wohn- und Therapieeinrichtung für autistische Menschen zu schaffen. Das Haus und das Wohnumfeld wurden in seiner überschaubarkeit genau auf diesen Personenkreis zugeschnitten. Die bereits erfolgreich arbeitende, therapeutisch ausgerichtete Konzeption sah neben dem Wohnhaus, ebenfalls spezialisierte Beschäftigungs- und Therapiemöglichkeiten vor.

Als im April 2003 die ersten autistisch behinderten Menschen in ihr neues Zuhause einzogen, wurde sehr schnell deutlich wie beschützend das Haus und der wunderschöne Wald ringsum seine neuen Bewohner begrüßt und leben lässt. Nun fühlen sich mittlerweile fünfundzwanzig Bewohner wohl und genießen täglich die Therapieeinheiten im Haus, Garten und im Wald. Der morgendliche Spaziergang auf den Wanderwegen ist ein fester Bestandteil des therapeutischen Angebotes und läutet den strukturierten Tagesablauf ein. Für Menschen mit einer autistischen Behinderung ist es wichtig zu wissen, welche Aktivitäten der Tag für sie bereithält. Sie brauchen für ihre Sicherheit und persönliche Orientierung klare Strukturen. Autistische Syndrome sind gekennzeichnet durch eine Vielzahl von tiefgreifenden Beeinträchtigungen der Entwicklung. Autistische Menschen nehmen Dinge des Lebens anders wahr, erleben ihre Umgebung teilweise befremdend, sie sind beeinträchtigt in ihrer Kommunikation, verarbeiten die Sinnesreize (Hören, Schmecken, Sehen, Riechen) schwerer und sind nicht in der Lage ein für ihre Umwelt verstehendes Sozialverhalten zu entwickeln. Gesellschaftlich gewachsene Umgangsformen, soziale Regeln und Handlungen sind mit einem gestörten Sozialverhalten nicht so einfach zu verstehen. Dies kann zur Folge haben, dass autistische Menschen oft nicht angemessen auf die sozialen Signale ihrer Umgebung und ihrer Mitmenschen reagieren, sie haben nicht die Fähigkeit sich in die Gedanken- und Gefühlswelt des anderen hineinzuversetzen. Auch Gefahren können von ihnen nicht eingeschätzt werden, da sie sich über den Ursache- Wirkungsmechanismus oft nicht im Klaren sind. Ein vorbeifahrendes Auto kann von einem autistischen Menschen als so wichtig und interessant erachtet werden, dass er, ohne über die Folgen seiner Handlung bewußt zu sein, ihm entgegen läuft, es berühren und anfassen möchte. Das entfernte Bellen kleiner Hunde wiederum oder das Entgegenstrecken einer Hand, kann die größten ängste hervorrufen.

Die meiste Menschen mit Autismus sind nicht in der Lage diese ängste auszudrücken. Aufgrund der Beeinträchtigung der Kommunikation können sie weder die Sprache noch Mimik, Gestik oder Blickkontakte für das soziale Miteinander sinnvoll gebrauchen. Autistische Menschen sind somit weder nur körperlich, noch nur geistig oder nur seelisch beeinträchtigt. Sie sind grundsätzlich mehrfach behindert, jedoch verlagert sich der Schwerpunkt ihrer Mehrfachbehinderung im Laufe ihrer Entwicklung. Die Auswirkungen einer autistischen Behinderung behindern massiv auf vielfältigste Weise die Beziehungen zu ihrer Umwelt. Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben oder die Eingliederung in die Gesellschaft müssen Autisten mühsam erlernen und sie werden für die größten Teile ihres Lebens immer Hilfe und Unterstützung brauchen. Umso wichtiger ist es ein Zuhause zu haben, was ihren Bedürfnissen angepaßt ist, in welchem sich unsere Bewohner geborgen und sicher fühlen können. Ein Ort, an dem sie mit ihrer Behinderung respektiert werden und der die optimalen Bedingungen bietet, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu fördern. Hierbei spielt unser strukturierter Tagesablauf ein wichtige Rolle. Betreut von pädagogischem und therapeutischem Fachpersonal findet jeder Bewohner in den verschiedensten Therapiebereichen seinen geeigneten Platz, der seinen speziellen Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht.

Haus Waldschlösschen, Bleicherode / Harz
Förster Genzel Straße 4, 99752 Bleicherode,
Telefon: 036338-50980, Telefax: 036338-50981
Leitung: Katja Dallmann  
Ansprechpartnerinnen: Frau Dallmann / Frau Sperk

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Weitere Einrichtungen des Trägers Internationales Bildungs - und Sozialwerk e. V.

  • Schloss Langenstein
    Wohn- und Therapiezentrum für Menschen mit Autismus
    Bahnhofstraße 14b
    38895 Langenstein
    Telefon: 0 39 41 - 56 64-0
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    Wohn- und Therapiezentrum für Menschen mit Autismus
    Bahnhofstraße 5b
    38895 Langenstein
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    Wohn- und Therapiezentrum für Menschen mit Autismus
    Bahnhofstraße 5a
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